Die drei wichtigsten Bauarten im Vergleich (Klasse 6,0m x 2,2 m)



Tiefgang

Geradeauslauf

Seitenwindempfindlichkeit

manövrieren

Kraftstoffverbrauch

Geschwindigkeit Kanäle

Geschwindigkeit offen
 

Verdränger 2,5 t 22 PS
                         (Diesel)
groß, 0,9m

sehr gut

gering

etwas träge

im Mittel 15 L / 100km

9-12 km/h

max. 16 km/h
 

Halbgleiter 2,0 t  50PS

mittel, 0,6m

gut

mittelmäßig

gut

im Mittel 40 L / 100km

  9-12 km/h

max. 25 km/h
 

Gleiter 1,5 t  50PS (Schub)

gering, 0,45m

schlecht

hoch

sehr gut

im Mittel 30 L/100km

8-10 km/h

max. 33 km/h
 

Und hier mal ein Blick in die Oberklasse:

1. Halbgleiter 15,9  x 4,98 m (14,8 Tonnen) 880 PS Diesel , Speed 37 km/h,         Verbrauch: 367 Liter / 100 km
2. Gleiter Sunseeker 11,5 x 3,3 m (6,9 Tonnen) 400 PS Diesel, Speed 60 km/h,     Verbrauch 135 Liter / 100 km
3. Gleiter Sealine 330 10,5 x 3,35 m (6,5 Tonnen) 500 PS Diesel, Speed 65 km/h, Verbrauch 122 Liter / 100 km

Da hätte ich ja für meine Kurztrips im Heimatrevier jedesmal 12 Kanister Diesel ranschleppen müssen, na denn “Sport frei”.  

Gleiter im Vergleich, 20 Jahre “Fortschritt” oder besser - vom Gebrauchsboot zur Modeschüssel.

Bayliner 2052

Bayliner 1950

Eurostar 585

Sealine Conti 180 (Bj. 83)

Maße : L / B / T    :
 Freibord                :
 Gewicht mit Motor:
 Kajüte                  :
 Plicht                    :
 Sonnenliege           :
 Testgewicht           :
 Propeller               :
 Motor Hubraum   :
 Motor Leistung      :
 Benzinverbrauch
 bei 8-10 km/h      :
 bei 10-12 km/h      :
 bei 20-25 km/h      :
 bei 30-35 km/h      :
 optimaler Speed     :
 maximaler Speed   :
(Verbrauch / 100km)

 Gebrauchswert als
 Tourenboot ?
 meine Einschätzung


 

 

5,97 / 2,29 / 0,86
 0,59 m
 1243 kg
 h = 1,15 m
 1,83 x 2,75 m
 1,85 x 0,85 m
 1500 kg
 13 1/2” x 23”
 Mercr. 4,3 l
 210 PS
  je 100 km
  50 Liter
  72 Liter
  80 Liter
  57 Liter
  40 km/h, 48 Liter
  82 km/h, 76 Liter

 ungemütliche “Hundehütte”
 die Plicht gehört dem
 Motor, viel “schön” verbautes Plastik, Boot für die Größe zu schwer.  

 

5,74 / 2,39 / 0,7
 0,65 m
 1176 kg
  k. A.
 1,86 x 2,47 m
  k. A.
  k. A.
 13” x 19”
 Mercr. 4,3 l
 190 PS
  je 100 km
  42 Liter
  75 Liter
  110 Liter
  75 Liter
  49 km/h, 59 Liter
  74 km/h, 87 Liter

 Hier ist vermutlich ein
 völlig unpassender
 Propeller dran.



 

 

5,60 / 2,44 / 0,65
 0,9 m (am Heck ??)
 950 kg
  1,21 m
 1,93 x 2,20 m
  k. A.
  1150 kg
 12 5/8” x 21”
 Yam 1,6 l
 100 PS
  je 100 km
  56 Liter
  65 Liter
  55 Liter
  48 Liter
  43 km/h, 45 Liter
  59 km/h, 55 Liter

Kleine ungemütliche  Kajüte, trotz AB- Motor verbautes Heck daher wenig Platz in der Plicht.

 

 

5,60 / 2,25 / 0,8
 0,75 m
 1150 kg
  1,45 m
 1,90 x 2,70 m
 1,90 x 1,10 m klpbar.
 1450 kg
 14” x 11”
 Yam FT 0,9 l
 50 PS
  je 100 km
  26 Liter
  38 Liter
  35 Liter
  35 Liter
  27 km/h, 30 Liter
  33 km/h, 35 Liter

gute Raumaufteilung, gemütliche Kajüte,
 in der Plicht können am Campingtisch noch 4 Personen bequem sitzen und speisen.
 

Weshalb fährt ein Gleitboot bei Verdrängerfahrt Schlangenlinien ?

Die Form des Bootskörpers ist auf ein optimales Fahrverhalten bei Gleitfahrt ausgelegt und bei höherer Geschwindigkeit läuft es auch wie auf Schienen. Kein Problem damit die Wirbelschleppe eine Frachtschiffs zu durchfahren oder ein größeres Schiff zu überholen. Nur in Verdrängerfahrt will es absolut nicht geradeaus laufen sondern taumelt wie ein Blatt im Herbst. So einfach die Ursache ist, so schwer läßt sie sich beseitigen. Bei einem Gleitboot nimmt der Verdrängungsquerschnitt vom Bug bis zum Heckspiegel gleichmäßig zu und endet dann abrupt. Somit entstehen Wirbel welche das Boot bremsen. Stellt man den Bootskörper ein wenig schräg zur Fahrtrichtung verändert sich die Strömung am Heckspiegel und der Widerstand nimmt ab. Unsere Fahrt ähnelt der Balance eines Bleistifts auf der Spitze.
Lösung 1:
Wenn wir soviel wie möglich Last in Richtung Bug verlagern kommt das Heck hoch und daß Boot läuft dann wie ein normaler Verdränger einigermaßen stabil geradeaus. Es wird in der Regel auch etwa 1-2 km/h schneller und der Übergang zur Gleitfahrt leichter. Die meisten kleinen Kajütgleiter sind jedoch von Hause aus falsch eingerichtet. Alles was Masse hat (Benzin- Wasser- Fäkalientank, Batterien) liegt im Heck und die vorderen “Hohlräume” beherbergen Bettwäsche und sonstigen Kleinkram . Auch die Fahrgäste sind nicht gerade  begeistert wenn man sie von der Sonnenliege vertreibt und in die stickige Kajüte verbannt.  Ein Umbau kann recht aufwändig und bei manchem Boot sogar unmöglich sein, und so gibt es noch-
Lösung 2:
Mit kielähnlichen Anbauten am Heck bzw. am Antrieb (z. B. Ruddersave)  läßt sich der Geradeauslauf ebenfalls verbessern. Alle diese Anbauten verschlechtern allerdings die Gleitfahreigenschaften zum Teil erheblich, (Ruddersave klappt selbsttätig hoch) und sie bringen meist nur eine graduelle Verbesserung des Problems. Sehr aufwändig ist-
Lösung 3:
Die Verlängerung des Bootes durch am Heck angesetzten Auftriebskörper. Hier endet allerdings die Kompetenz der Bastler, denn eine nicht fachgerechte Ausführung kann zu Totalschaden am Boot führen. Ein solcher Umbau bietet sich an wenn z. B. ein alter IB- Z-Antrieb durch einen sparsameren  AB-Motor ersetzt werden soll. Neben einer tollen Badeplattform gewinnt man im Boot so noch eine Menge Platz. Einige Werften bieten auch bei Neubooten beide Versionen an. Ohne Verlängerung der sportliche Powerflitzer und mit Verlängerung etwas behäbiger aber immer noch schnell als Tourenboot.      

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