Was beim Auto die Reifen, ist beim Boot der Propeller !
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Beginnen wir mit den wichtigsten Begriffen. Der Propeller (4) wird von einem Lagerbock oder einem Schaft (1) gehalten und ist so mit dem Schiffskörper stabil verbunden. Sitzt der Propeller nicht unter dem Schiffsboden so wird er gegen die Wasseroberfläche mit einer Kavitationsplatte (2) gegen unerwünschtes Luft ansaugen geschützt. Beim Außenbordmotor ist dann unter Wasser noch ein Wendegetriebe mit Drucklager (3) vorhanden. Außenbordmotore haben außerdem einen integrierten Nabenauspuff (5) und sind so, obwohl das unglaublich klingt, umweltfreundlicher als ihre über der Wasseroberfläche miefenden Kollegen weil sie auch noch zusätzliche Luft ansaugen und mit dem Wasser verwirbeln. Wichtige Parameter sind: |
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Bei der Bezeichnung eines Propellers werden im allgemeinen der Durchmesser und die Steigung in Zoll angegeben. Gelegentlich setzt man noch die Blattzahl davor, ein Propeller mit der Bezeichnung 3 x 11,5 x 9,5 hat also drei Blätter, einen Durchmesser von 11,5 Zoll |
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Aus der Steigung und dem Durchmesser ergibt sich zwangsläufig der Anstellwinkel des Propellerblattes. Er nimmt mit steigendem Durchmesser nach außen ab, daher haben die Propellerblätter eine recht komplizierte Form. Weil in der Praxis die Strömung innerhalb der Propellerfläche nicht gleichmäßig ist (sie ist bei etwa 2/3 des Durchmessers am größten) , wird der Blattwinkel bei guten Propellern noch zusätzlich entsprechend korrigiert. |
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Mit steigender Drehzahl und Geschwindigkeit kommt aber zunehmend die Massenträgheit des Wassers zur Wirkung und die Drallverluste nehmen wieder ab. Erinnern wir uns, um unseren Gleiter über die Bugwelle zu schieben brauchen wir aber gerade im unteren Geschwindigkeitsbereich die größte Kraft. Warum nimmt man nun nicht einen Propeller mit kleinem Anstellwinkel und läßt ihn einfach schneller drehen ? Das hat einen einfachen Grund, mit steigender Umfangsgeschwindigkeit des Propellerblattes treten auch wieder zusätzliche Verluste auf. An der Oberfläche entstehen Dampfbläschen welche die sog. Kavitation erzeugen. Bei der Implosion solcher Bläschen entstehen Kräfte die das Material des Propellers millimeterweise abnagen. Einmal begonnen wird der Schaden dann schnell größer. Mit komplizierten technischen Tricks kann man die Grenze verschieben doch das ist für kleine Boot unrentabel. |
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Der richtige Durchmesser bestimmt also ganz wesentlich das Fahrverhalten unseres Bootes. Zu kleine Propeller sind der häufigste Sündenfall den man antreffen kann. Oft werden große relativ schwere Verdränger mit kleinen (Außenbord) Motoren ausgerüstet da man`s ja nicht so eilig hat. Da ist die Propellergröße leider oft begrenzt. Bei zu kleinem Propeller wird das Fahrverhalten träge, das Boot läßt sich schwerer steuern und stoppen. Ein Propellerblatt kann nur eine begrenzte Kraft auf das Wasser übertragen. Rechts sieht man ein Beispiel für den Druckverlauf. Überschreitet der Unterdruck auf der Vorderseite einen Wert von etwa - 0,8 kp/cm² so wird der Siedepunkt des Wassers erreicht es bildet sich eine Dampfschicht. Die Strömung reißt ab und die Vortriebskraft wird wieder geringer. |
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Wenn also beim plötzlichen Vollgas statt satter Beschleunigung von achtern merkwürdige Geräusche kommen, so kann das an einem zu knapp bemessenen Propeller liegen. Übrigens spielt es nur eine geringe Rolle ob ein Propeller zwei, drei oder mehr Flügel hat, entscheidend ist im wesentlichen nur der wirksame Querschnitt. |
unerwünschte Nebenwirkung, der “Radeffekt”
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Besitzer von Außenbordmotoren oder Z-Antrieben können hier aufatmen, für sie ist der Radeffekt kein Thema sondern relativ bedeutungslos. |
Steigung und Schlupf
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Aus Propellerdrehzahl und Steigung errechnet sich die theoretische Geschwindigkeit. Das praktisch gemessene Tempo liegt natürlich darunter, die Differenz bezeichnet man als Schlupf ( Wasser ist nun mal leider flüssig ) |



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Wer zu faul zum Rechnen ist, kann an diesem Nomogramm grob abschätzen wie schnell sein Boot etwa fahren müßte wenn man Propellerdrehzahl und Steigung bestimmt hat und der Durchmesser an die Bootsgröße angepaßt ist. |
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Wie stark muß der Motor sein ? für Gleiter erhält man |
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Mit dem Schubmotor FT50 kann ein 5,6m langes und 1200 kg schweres Boot 33 km/h erreichen. Der fast baugleiche F50 schafft das nicht, das Boot bleibt bei ca. 20 km/h hängen. Aber bei einem leichteren Boot von 800-900 kg ist der F50 die bessere Wahl und das Boot wird etwa 40 km/h erreichen. |
Anmerkung : die angegeben Berechnungen und Tabellen besitzen nur informativen Charakter, der Autor haftet nicht für Vermögensschäden die sich aus der Anwendung derselben ergeben.
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Beispiel für eine Propellerdimensionierung: |
