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Eine kleine technische Plauderstunde über Bootstypen, ihre Eigenschaften und den Antrieb |
Der Verdränger
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Die älteste klassische Bootsform ist der “Verdränger”. Durch die Fahrt wird vor dem Boot ein “Wasserberg” aufgeschoben und hinter dem Boot entsteht ein kleines Tal. Das Wasser strömt hinter dem Heck wieder zusammen. Dabei verursacht unser Boot eine Bug und eine Heckwelle und zwar je schneller wir fahren - umso größer werden sie. Die Größe hängt aber nicht nur vom Tempo sondern auch sehr wesentlich von Form und Stirnfläche und Tiefgang des Bootes ab. |

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Auch wenn es anders aussieht, bei Wellengang bleibt das Wasser an seinem Platz. Es führt eine annähernd kreisförmige Bewegung aus. Wir unterscheiden die Amplitude A und die Wellenlänge L . Je größer die Wellenlänge ist, umso tiefer reicht die Welle und umso größer ist der Energieinhalt. Auch die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist sehr unterschiedlich. Kurze Wellen sind langsam, - lange tiefe Wellen schneller. Sehr lange Wellen wie sie z. B. von Erdbeben im Ozean ausgelöst werden können sich mit mehreren 100 km/h ausbreiten und sind dabei oft nicht einmal einen Meter hoch. Treffen sie dann auf flaches Wasser wird ihre Ausbreitungsgeschwindigkeit abrupt verringert und sie steigen plötzlich wie aus dem Nichts meterhoch steil auf. |
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Unser Verdrängerboot soll möglichst wenig Widerstand haben. Das heißt, die erzeugte Welle soll möglichst klein und dafür recht lang sein. Das erreicht man mit einem möglichst schmalen langen Bootskörper bei dafür größerem Tiefgang. Bekannt ist diese Bauweise bei sogenannten “Salonbooten”, sie sind in der Regel 12m lang, 2m breit und haben einen Tiefgang bis zu 1,1m. |
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Das Bild zeigt eine typische Yacht dieser Gruppe in überzogener Vollgasfahrt. Bereits vor Erreichen der Rumpf- geschwindigkeit wird auf Grund der geringen Wassertiefe im Kanal mit reichlich PS ein Wellenberg von rund 0,8 m aufgetürmt, dabei beträgt der Geschwindigkeitszuwachs bestenfalls 3-4 km/h. |
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Und damit sind wir bei einer sehr wichtigen Eigenschaft eines Bootskörpers, der “Rumpfgeschwindigkeit”. Im allgemeinen bezeichnet man damit die größtmögliche Geschwindigkeit welche noch in Verdrängerfahrt erreicht werden kann. Mit steigender Geschwindigkeit erhöht sich die erzeugte Wellenlänge, gleichzeitig rückt die Heckwelle näher an die Bugwelle heran. |
Der Gleiter
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In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts begann die Entwicklung leistungsfähigerer Motoren und so tauchte auf den Gewässern zunehmend ein Bootstyp auf der nicht mehr schwimmt, sondern über die Wasseroberfläche gleitet. Wasser besitzt eine große Massenträgheit und setzt mit zunehmender Geschwindigkeit seiner Verdrängung einen höheren Widerstand entgegen. Geschwindigkeit, Flächenbelastung und Einsinktiefe stehen miteinander in einem festen physikalischen Zusammenhang. Da das Wasser in der kurzen Berührungsphase nachgibt fährt der Gleiter ständig “bergauf”. |

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Bevor unser Boot eine Geschwindigkeit erreicht bei welcher es gleitet, gibt es ein Problem. Es erzeugt nämlich bei niedriger Geschwindigkeit als Verdränger eine größere Welle und diese türmt sich als Hindernis vor dem Bug auf. Mit kräftigem Motorschub muß dieser “Berg” überwunden werden. Der Vorgang hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Durchbrechen der Schallmauer beim Flugzeug. Mit Hilfe einer Powertrim- einrichtung wird der Antrieb so verstellt, das der Schub das Boot am Heck zusätzlich anhebt (A). So kommt es leichter über den “Berg”. Später, bei höherer Geschwindigkeit kann man das Heck wieder mehr belasten, durch das angehobene Vorschiff wird dann der Gleitwiderstand vermindert. |
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Typisches Wellenbild bei Gleitfahrt. Bug- und Heckwelle löschen sich gegenseitig teilweise aus. Bereits wenige Meter neben der Kiellinie ist die flache Restwelle ausgerollt. Erhebliche Wellen werden lediglich in der Übergangsphase zwischen Gleit- und Verdrängerfahrt erzeugt. |
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Die legendären Boote von Wax, hier ein Sprint Junior sind hinsichtlich Form und Fahreigenschaften auch heute noch Spitzenklasse. In Verdrängerfahrt buglastig getrimmt laufen sie besser geradeaus als die vierfach größeren Plastschüsseln der bekannten Marke B. |
Der Halbgleiter
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Es fällt oft recht schwer zwischen Gleiter und Halbgleiter zu unterscheiden. Zum einen wird aus jedem Gleiter ein “Halbgleiter” wenn er überladen oder zu schwach motorisiert ist. In der Bauart gibt es aber doch Unterschiede. Für die Form eines Halbgleiters entschließt sich der Bootsbauer wenn er eine höhere Nutzlast benötigt und dennoch zumindest für kurze Zeit schneller als die Rumpfgeschwindigkeit fahren will. |
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Der Bootsboden ist meistens glatt und besitzt nur eine geringe V-Kimmung. Wichtiges Merkmal ist aber ein bis zum Heckspiegel konstant abwärts gehender Verlauf. Im Gegensatz dazu steigt bei Verdrängern der Boden Richtung Heck wieder deutlich an, bzw. das Boot wird schmaler. |
